Das Problem
Warum alte Briefe so schwer zu lesen sind
Handgeschriebene Briefe aus dem 18., 19. und frühen 20. Jahrhundert sind für die meisten Menschen heute nicht mehr lesbar. Die Schriften haben sich grundlegend verändert: Deutsche Kurrentschrift mit ihren kantigen, eng verbundenen Buchstaben sieht für ungeübte Augen aus wie eine Fremdsprache. Sütterlin, ab 1915 als Schulschrift eingeführt, ist etwas runder – aber ebenso ungewohnt. Dazu kommen verblasste Tinte, Bleistift, unbekannte Abkürzungen und die sogenannte Kreuzschrift, bei der aus Papiermangel quer über den bestehenden Text weitergeschrieben wurde.
Kurrentschrift (vor ~1915): kantiges, eng verbundenes Schriftbild – das Kurrent-'e' sieht aus wie ein 'n', das 's' wie ein 'f'
Sütterlin (1915–1941): runder als Kurrent, aber für heutige Leser ebenso ungewohnt
Verblasste Tinte und Bleistift – besonders bei Briefen, die über 100 Jahre alt sind
Abkürzungen und Kürzel, die heute kaum noch jemand kennt
Kreuzschrift: bei Papiermangel wurde im 90°-Winkel über den bestehenden Text geschrieben

Die Lösung
KI, die alte Handschrift liest – von Kurrent bis Sütterlin
Transkribus nutzt KI-basierte Handschrifterkennung (HTR), die auf Millionen historischer Handschriftproben trainiert wurde. Anders als herkömmliche OCR-Software, die an verbundenen Schreibschriften scheitert, versteht Transkribus die Besonderheiten jeder Schriftart: die Ligaturen der Kurrentschrift, die Rundungen des Sütterlin, die Eigenheiten individueller Handschriften. Laden Sie ein Foto oder einen Scan Ihres Briefes hoch, wählen Sie ein Modell – und erhalten Sie lesbaren Text in wenigen Sekunden.
300+ öffentliche Modelle – darunter Modelle speziell für deutsche Briefe in Kurrent und Sütterlin
Liest auch verblasste Tinte, Bleistift und beschädigte Dokumente
Konfidenzwerte für jede Zeile – Sie sehen sofort, welche Wörter Sie prüfen sollten
Export als Text, PDF oder strukturiertes XML

Schrift bestimmen
Welche Schrift ist das? So datieren Sie Ihren Brief
Die Schriftart verrät viel über das Alter eines Briefes. Deutsche Kurrentschrift war bis etwa 1915 die Standardschrift – erkennbar an kantigen, spitzen Buchstaben mit starker Neigung. Ab 1915 löste die Sütterlinschrift die Kurrent als Schulschrift ab: rundere Formen, gleichmäßigere Strichstärke. 1941 wurde die alte deutsche Schrift per Erlass verboten – danach schrieben die meisten Menschen lateinische Schreibschrift. Das bedeutet auch: Briefe derselben Person können mitten in der Korrespondenz die Schrift wechseln, wenn sie den Übergang von 1941 überspannen.
Kurrent (vor ~1915): kantig, spitz, stark geneigt – die älteste und schwierigste Variante
Sütterlin (1915–1941): runder, aufrechter, gleichmäßiger – ab 1915 als Schulschrift eingeführt
Lateinische Schreibschrift (nach 1941): nach dem Schriftverbot die neue Standardschrift
Verblasste Tinte und Bleistift: kontrastarme Scans machen die Entzifferung zusätzlich schwer
Kreuzschrift: bei Papiermangel wurde über den bestehenden Text geschrieben – häufig bei Briefen aus Kriegszeiten

Selber oder beauftragen?
Bevor Sie einen Entzifferer beauftragen
Viele Menschen suchen nach einem professionellen Entzifferer für ihre alten Briefe – verständlich, denn Kurrent oder Sütterlin zu lesen ist ohne Übung kaum möglich. Professionelle Transkriptionen kosten allerdings zwischen 50 und 100 Euro pro Brief. Bevor Sie diesen Weg gehen, probieren Sie die kostenlose KI: Laden Sie ein Foto hoch und sehen Sie in Sekunden, wie viel die KI bereits lesen kann. Für rechtlich relevante Dokumente – etwa Testamente oder notarielle Urkunden – bleibt eine professionelle Prüfung sinnvoll. Für den Großteil Ihrer Familienkorrespondenz liefert die KI aber einen sehr guten Ausgangspunkt.
Professionelle Entzifferer berechnen 50–100 € pro Brief – die KI ist kostenlos
50 Gratis-Credits pro Monat – genug für etwa 50 Seiten
Für rechtlich relevante Dokumente ist eine professionelle Prüfung weiterhin empfehlenswert
Die KI liefert in Sekunden einen lesbaren Text, den Sie selbst nachbearbeiten können

KI-Modelle
300+ KI-Modelle für historische Handschriften
Der öffentliche Modellkatalog von Transkribus umfasst über 300 spezialisierte KI-Modelle für historische Schriften. Viele wurden von Archiven, Genealogen und Forschungseinrichtungen auf echten Dokumentensammlungen trainiert – sie kennen die Abkürzungen, Schriftvarianten und Eigenheiten, die generische OCR-Tools nicht erkennen. Für deutsche Briefe gibt es Modelle, die gezielt auf Kurrentschrift, Sütterlin oder regionale Schreibvarianten trainiert wurden.
Kurrent-Modelle für Briefe vom 17. bis frühen 20. Jahrhundert
Sütterlin-Modelle für Dokumente aus der Zeit von 1915 bis 1941
Modelle für verblasste Tinte, Bleistift und schwer lesbare Handschriften
Neue Modelle werden regelmäßig von der Community beigetragen

Häufig gestellte Fragen
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