Das Problem
Warum Feldpost so schwer zu lesen ist
Feldpost aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg gehört zu den am schwierigsten lesbaren Dokumenten überhaupt. Die Briefe wurden oft unter extremen Bedingungen geschrieben – mit Bleistift auf dünnem Papier, im Schützengraben oder auf dem Marsch. Nach 80 bis über 100 Jahren ist die Bleistiftschrift häufig stark verblasst. Hinzu kommt die Schriftart selbst: Kurrent im Ersten Weltkrieg, Sütterlin im Zweiten – Schriften, die heute kaum noch jemand lesen kann. Diese Briefe können belastende Inhalte enthalten – gehen Sie behutsam mit dem Material um.
Bleistift auf dünnem Feldpostpapier – nach Jahrzehnten oft kaum noch lesbar
Kurrent (Erster Weltkrieg) und Sütterlin (Zweiter Weltkrieg) – Schriftarten, die heute fast niemand mehr liest
Hastige Handschrift unter Frontbedingungen – unregelmäßig, abgekürzt, schwer zu entziffern
Zensierte Passagen und geschwärzte Stellen erschweren den Zusammenhang
Faltspuren, Verschmutzung und Wasserschäden nach über 80 Jahren Lagerung

Die Lösung
KI, die Bleistift, Kurrent und Sütterlin liest
Transkribus wurde auf Millionen historischer Handschriftproben trainiert – darunter genau die Schriften und Materialien, die bei Feldpost typisch sind. Die KI erkennt verblassten Bleistift, kantigen Kurrent und rundlichen Sütterlin und erzeugt lesbaren Text aus Ihrem Foto. Wo herkömmliche OCR-Software an verbundenen Schreibschriften und niedrigem Kontrast scheitert, liefert Transkribus dank spezialisierter Modelle brauchbare Ergebnisse. Konfidenzwerte zeigen Ihnen auf einen Blick, welche Stellen Sie prüfen sollten.
Spezialisierte Modelle für verblassten Bleistift und kontrastarme Dokumente
Erkennt Kurrent, Sütterlin und lateinische Schreibschrift – auch gemischt in einem Brief
Konfidenzwerte für jede Zeile – Sie sehen sofort, wo die KI unsicher ist
Integrierter Editor zum Nachbearbeiten direkt neben dem Originalbild

Schrift bestimmen
Die Schrift verrät die Zeit: Kurrent, Sütterlin, Lateinschrift
Die Schriftart eines Feldpostbriefes ist ein zuverlässiger Hinweis auf seine Entstehungszeit. Briefe aus dem Ersten Weltkrieg sind fast immer in Kurrentschrift verfasst – kantig, spitz, mit starker Neigung. Im Zweiten Weltkrieg dominierte Sütterlin: runder, aufrechter, mit gleichmäßigerer Strichstärke. Nach dem Schriftverbot von 1941 (Normalschrifterlass) lernten jüngere Soldaten nur noch die lateinische Schreibschrift. Die Schrift selbst hilft also, einen undatierten Brief zeitlich einzuordnen. Es kommt vor, dass dieselbe Person im Lauf des Krieges die Schrift wechselt – ein Zeichen des Übergangs nach 1941.
Erster Weltkrieg: fast ausschließlich Kurrentschrift – kantig, schwer lesbar
Zweiter Weltkrieg: überwiegend Sütterlin, bei jüngeren Soldaten nach 1941 auch Lateinschrift
Schriftwechsel innerhalb einer Korrespondenz deuten auf den Normalschrifterlass von 1941 hin
Bei undatierter Feldpost hilft die Schriftart bei der zeitlichen Einordnung

Kontext verstehen
Feldpostnummern, Zensur und Stempel – was sie bedeuten
Neben der Schrift selbst enthalten Feldpostbriefe oft Hinweise, die helfen, den Absender und seine Einheit zu identifizieren. Im Zweiten Weltkrieg ersetzten fünfstellige Feldpostnummern die Einheitsbezeichnungen – aus Geheimhaltungsgründen. Die Nummer identifiziert die Einheit, nicht einen Ort. Ändert sich die Feldpostnummer im Verlauf der Korrespondenz, wurde der Schreiber vermutlich versetzt. Stempel der Feldpostprüfstelle, geschwärzte Textpassagen und geöffnete und wieder verschlossene Umschläge sind Spuren der militärischen Zensur. Für die Zuordnung von Feldpostnummern zu Einheiten bieten das Bundesarchiv und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Recherchedienste an.
Fünfstellige Feldpostnummern ersetzten ab 1939 die Einheitsbezeichnungen – aus Geheimhaltungsgründen
Geänderte Feldpostnummern deuten auf eine Versetzung des Schreibers hin
Feldpostprüfstelle-Stempel und geschwärzte Passagen sind Spuren der militärischen Zensur
Geöffnete und wieder verschlossene Umschläge zeigen, dass der Brief kontrolliert wurde
Bundesarchiv und Volksbund bieten Recherchemöglichkeiten zur Zuordnung von Feldpostnummern

Formate
Feldpostkarten, Briefe, Umschläge – Formate erkennen
Feldpost kam in verschiedenen Formaten: Feldpostkarten waren am häufigsten – offene Karten mit begrenztem Platz und entsprechend gedrängter Schrift. Briefe in kleinen grünen Wehrmacht-Umschlägen boten mehr Raum, sind aber oft gefaltet und dadurch an den Knicken schwer lesbar. Das Schreibmaterial selbst ist ein Hinweis auf den Kontext: Bleistift deutet auf Frontbedingungen hin – dort stand keine Tinte zur Verfügung. Tintenbriefe stammen eher aus rückwärtigen Stellungen, Lazaretten oder der Ausbildung. Die Qualität des Schreibmaterials beeinflusst auch die Lesbarkeit: Bleistift auf rauem Papier verblasst am stärksten.
Feldpostkarten: offenes Format, gedrängter Text, häufig zensiert
Briefe in kleinen Wehrmacht-Umschlägen: mehr Platz, aber Faltspuren an den Knicken
Bleistift deutet auf Frontbedingungen hin – Tinte auf rückwärtige Stellungen oder Lazarette
Verblasster Bleistift auf rauem Papier ist die größte Herausforderung für die Entzifferung

Häufig gestellte Fragen
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